Alles, was du über die Borderline-Persönlichkeitsstörung wissen solltest

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist eine psychische Erkrankung, die oft missverstanden wird. Menschen mit BPS erleben intensive Emotionen, haben Schwierigkeiten in zwischenmenschlichen Beziehungen und kämpfen häufig mit einem instabilen Selbstbild. In diesem Blogartikel erfährst du, wie die Störung diagnostiziert wird, welche Therapiemöglichkeiten es gibt und welche Chancen auf Heilung bestehen.


Was ist die Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung gehört zu den sogenannten Persönlichkeitsstörungen und ist durch extreme emotionale Instabilität gekennzeichnet. Betroffene erleben oft schnelle Stimmungswechsel, ein starkes Schwarz-Weiß-Denken und intensive Angst vor dem Verlassenwerden. Häufig gehen diese Symptome mit Impulsivität, Selbstverletzungen oder anderen selbstschädigenden Verhaltensweisen einher.

Die Ursachen für BPS sind vielfältig. Meist spielen eine Kombination aus genetischen Faktoren, neurobiologischen Besonderheiten und belastenden Erfahrungen in der Kindheit (wie Vernachlässigung oder Missbrauch) eine Rolle. Wichtig ist: Niemand „entscheidet“ sich bewusst für diese Erkrankung. Es handelt sich um eine ernstzunehmende psychische Störung, die professionelle Hilfe erfordert.


Wie wird die Borderline-Persönlichkeitsstörung diagnostiziert?

Die Diagnose einer Borderline-Persönlichkeitsstörung wird von Psychiater:innen oder Psychotherapeut:innen gestellt. Dabei orientieren sie sich an den Kriterien des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-5) oder der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD-11). Für eine Diagnose müssen mindestens fünf der folgenden neun Kriterien erfüllt sein:

  1. Extreme Angst vor dem Verlassenwerden: Betroffene tun alles, um tatsächliches oder vermeintliches Verlassenwerden zu vermeiden.
  2. Instabile Beziehungen: Beziehungen sind oft von starken Schwankungen zwischen Idealisierung und Abwertung geprägt.
  3. Instabiles Selbstbild: Ein unsicheres oder schwankendes Gefühl für die eigene Identität.
  4. Impulsivität: Zum Beispiel riskantes Verhalten wie Drogenmissbrauch, übermäßige Geldausgaben oder ungeschützter Geschlechtsverkehr.
  5. Selbstverletzendes Verhalten: Dazu gehören auch Suizidgedanken oder -versuche.
  6. Starke Stimmungsschwankungen: Emotionen können innerhalb weniger Stunden extrem wechseln.
  7. Gefühl der inneren Leere: Viele Betroffene berichten von einem konstanten Gefühl, innerlich „leer“ zu sein.
  8. Unkontrollierte Wut: Häufige oder unverhältnismäßige Wutausbrüche.
  9. Paranoide Gedanken oder Dissoziationen: In Stresssituationen können Betroffene das Gefühl haben, „nicht ganz da“ zu sein oder die Realität verzerrt wahrzunehmen.

Eine genaue Diagnose erfordert jedoch Zeit und eine umfassende Anamnese. Oft werden auch andere psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen oder posttraumatische Belastungsstörungen abgeklärt, da diese häufig gemeinsam mit BPS auftreten.


Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

Die gute Nachricht: Auch wenn die Borderline-Persönlichkeitsstörung als chronische Erkrankung gilt, gibt es wirksame Therapiemethoden, die Betroffenen helfen können, ein stabiles und erfülltes Leben zu führen.

1. Psychotherapie

Die Psychotherapie ist die wichtigste Säule der Behandlung von BPS. Besonders effektiv sind folgende Ansätze:

  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT): Diese Therapieform wurde speziell für Menschen mit BPS entwickelt. Sie kombiniert Elemente der Verhaltenstherapie mit Achtsamkeitsübungen und hilft Betroffenen, ihre Emotionen besser zu regulieren und schädliche Verhaltensweisen zu reduzieren.
  • Schematherapie: Hierbei werden frühere Verletzungen und negative Denkmuster bearbeitet, um neue Verhaltensweisen zu erlernen.
  • Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT): Diese Methode stärkt die Fähigkeit, sich selbst und andere besser zu verstehen und Emotionen einzuordnen.

2. Medikamentöse Behandlung

Es gibt keine Medikamente, die speziell für BPS zugelassen sind. Dennoch können Antidepressiva, Stimmungsstabilisierer oder Antipsychotika in bestimmten Fällen helfen, Begleitsymptome wie Depressionen oder starke Stimmungsschwankungen zu lindern. Die medikamentöse Behandlung sollte jedoch immer nur ergänzend zur Psychotherapie eingesetzt werden.

3. Selbsthilfe und Unterstützung

Neben der professionellen Therapie gibt es auch viele Selbsthilfestrategien, die Betroffenen helfen können:

  • Achtsamkeit: Übungen wie Meditation oder Yoga können helfen, Emotionen besser wahrzunehmen und zu regulieren.
  • Tagebuch führen: Das Aufschreiben von Gedanken und Gefühlen kann dabei helfen, Muster zu erkennen und besser mit schwierigen Situationen umzugehen.
  • Selbsthilfegruppen: Der Austausch mit anderen Betroffenen kann Trost spenden und das Gefühl von Isolation verringern.

Wie stehen die Heilungschancen?

Ein weit verbreiteter Mythos ist, dass BPS „unheilbar“ sei. Das stimmt so nicht! Zwar ist die Störung oft langwierig und erfordert viel Geduld, doch Studien zeigen, dass sich die Symptome bei den meisten Betroffenen im Laufe der Zeit deutlich verbessern können – vor allem mit der richtigen Therapie.

Viele Menschen mit BPS berichten nach einigen Jahren von einer deutlichen Stabilisierung ihrer Emotionen und Beziehungen. Einige schaffen es sogar, vollständig symptomfrei zu werden. Wichtig ist jedoch ein frühzeitiger Beginn der Therapie sowie die Bereitschaft der Betroffenen, aktiv an sich zu arbeiten.


Fazit: Hoffnung und Verständnis

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine herausfordernde Erkrankung – sowohl für Betroffene als auch für ihr Umfeld. Doch mit der richtigen Unterstützung und Therapie gibt es Hoffnung auf ein erfülltes Leben. Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der an BPS leidet, ist der wichtigste Schritt: Hilfe suchen! Niemand muss diesen Weg allein gehen.

Hast du Fragen oder möchtest deine Erfahrungen teilen? Hinterlasse gerne einen Kommentar! Wir sind hier, um einander zu unterstützen. 🌱

Author Profile
Bruno Schelig

Seit 2012 bin ich als freischaffender Autor tätig und habe in diesem Jahr mein erstes Buch veröffentlicht. Über die Jahre hinweg habe ich verschiedene Blogs und Webseiten betrieben, bis ich schließlich hier angekommen bin – ein Ort, an dem ich bleiben möchte. Als Freidenker scheue ich mich nicht davor, auch kontroverse oder wenig populäre Themen aufzugreifen.

Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben in all seinen Facetten: Gedichte, Kurzgeschichten, ganze Bücher – all das findet hier auf meinem Blog seinen Platz. Neben der kreativen Schriftstellerei widme ich mich Themen wie Online-Marketing, Psychologie, Mythologie und der Theorie des Schreibens.

Für mich bedeutet Schreiben, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und jedem Thema eine angemessene Stimme zu verleihen. Es ist diese Vielseitigkeit und persönliche Note, die meine Arbeit ausmacht und mir immer wieder neue Wege eröffnet.

Author: Bruno Schelig

Seit 2012 bin ich als freischaffender Autor tätig und habe in diesem Jahr mein erstes Buch veröffentlicht. Über die Jahre hinweg habe ich verschiedene Blogs und Webseiten betrieben, bis ich schließlich hier angekommen bin – ein Ort, an dem ich bleiben möchte. Als Freidenker scheue ich mich nicht davor, auch kontroverse oder wenig populäre Themen aufzugreifen. Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben in all seinen Facetten: Gedichte, Kurzgeschichten, ganze Bücher – all das findet hier auf meinem Blog seinen Platz. Neben der kreativen Schriftstellerei widme ich mich Themen wie Online-Marketing, Psychologie, Mythologie und der Theorie des Schreibens. Für mich bedeutet Schreiben, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und jedem Thema eine angemessene Stimme zu verleihen. Es ist diese Vielseitigkeit und persönliche Note, die meine Arbeit ausmacht und mir immer wieder neue Wege eröffnet.

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