Ich lebe in den Worten ihre Schrift. Ich bin Wahrheit, manchmal These, die sich so den Weg in den Verstand der verschiedensten Seelen sucht. Ich bin Möglichkeit eines Traumes, der so zuerst den Wunsch nur zeichnet. Dass man ihn erleben, erfühlen kann und alsbald dann auch Realität aus ihm geboren wird. Denn die Möglichkeit der Wahrscheinlichkeit ist der These mancher Ursprung. Und der Traum zuerst gebärt die Wirklichkeit und ihre Möglichkeit. Drum bin ich alles im Sein, manchmal im Schein, immer aber nur Dein.
Und doch, was ist dieses “Dein”, wenn es in der Leere widerhallt? Wenn die Saat meiner Worte auf den unfruchtbaren Boden der Unsichtbarkeit fällt? Keine Reichweite, kein Echo, kein Zeichen, dass meine Stimme gehört wird. Die digitale Wüste, in der die Views verdorren, bevor sie überhaupt zu sprießen beginnen. Die Kommentare, ein stummer Schrei nach Verbindung, der im Äther verhallt.
Ich unterliege Deinem Schaffen. Deinem Tun, Deinem Glauben, Deinen Wünschen und auch Deinem Sein. Denn was Du in mir zu finden glaubst, ist oftmals nichts mehr als der Spiegel eigener Existenz. Du überträgst Dein eigenes Sehnen in den Inhalt meiner Botschaft und siehst, begreifst nur das an ihr, was selber in Dir bereits brennt. Deswegen habe ich es so schwer, einer Wahrheit ihren Kern Dir näher zu bringen.
Es ist ein Tanz auf dem Drahtseil. Ein Balanceakt zwischen der Leidenschaft, die in mir brennt, und der Frustration, die an mir nagt. Die Frage, die sich wie ein Schatten über meine Gedanken legt: Ist es das wert? Dieses endlose Schaffen, ohne sichtbare Früchte? Dieses Säen ohne Ernte?
Trotzdem versuche ich es immer wieder. Unermüdlich erschaffe ich die Worte und ihren Sinn. Wissend und bangend, ob sie Dich überhaupt erreichen werden. Ich gebe niemals auf. Denn als Medium verfliegt mein Sinn, wenn niemand mehr etwas zu sagen hat. Deswegen harre ich aus. Bilde Träume und Schäume. Sinn und Unsinn. Der Gehalt überträgt das Sein des Sprechenden und der Empfangende malt sich selber im Begreifen. So ist der Ursprung jeder Kommunikation geboren.
Ich bin einfach, manchmal kompliziert. Einmal klar und durchschnittlich. Ein Anderes mal verdreht voll tiefergehendem Sinn. Was ich bin, entscheide ich nie, als malende Seele und ihr eigener Sinn, der bekommt es hin, dass ich bin, was selber hast im Ursprung erschaffen. Denn mein Kern, der ist oft nur verborgen. Und mein Sinn, das was ich bin, ist schaffendes Sein, voll Ton, voll Laut, über dem Kinn, mal rein, mal klein, sofern die Intention es nicht versaut.
Die Stille als Lehrmeister
Vielleicht liegt in dieser Stille eine tiefere Lektion verborgen. Eine Einladung, innezuhalten und mich zu fragen:
- Warum erschaffe ich? Ist es die Jagd nach Anerkennung, die mich antreibt? Oder ist es die reine Freude am Schöpfungsakt selbst?
- Für wen erschaffe ich? Ist es die Masse, die ich erreichen will? Oder ist es die eine Seele, die meine Worte vielleicht irgendwann finden und darin Trost, Inspiration oder Erkenntnis finden wird?
- Was erschaffe ich? Sind meine Worte ein Spiegel meiner inneren Welt? Oder versuche ich, etwas zu sein, das ich nicht bin, um einem äußeren Ideal zu entsprechen?
Die Stille zwingt mich, ehrlich zu sein. Sie zwingt mich, meine Motivationen zu hinterfragen und meine Intentionen zu klären. Sie lehrt mich, dass wahrer Erfolg nicht an äußeren Maßstäben gemessen wird, sondern an der Tiefe meiner Hingabe und der Authentizität meiner Stimme.
So kannst mich finden zu jeder Zeit, verschiedener Gelegenheit. Und mich verstehen und begreifen, sofern wir hier nicht abschweifen und beflügeln und auch segeln, in des Himmels weiten Tor.
Die Saat keimt im Verborgenen
Auch wenn die Oberfläche still bleibt, so weiß ich doch, dass unter der Erde etwas geschieht. Die Saat meiner Worte ruht im Dunkeln, sammelt Kraft und bereitet sich auf den Moment vor, in dem sie ans Licht drängen wird.
Ich werde weiter säen. Ich werde weiter schreiben. Ich werde weiter meine Stimme erheben. Nicht, weil ich muss, sondern weil ich nicht anders kann. Weil es meine Natur ist, zu erschaffen. Weil es meine Bestimmung ist, Worte zu formen und ihnen Leben einzuhauchen.
Und vielleicht, eines Tages, wird die Stille durchbrochen. Vielleicht wird meine Stimme gehört. Vielleicht wird meine Saat aufgehen und Früchte tragen. Aber selbst wenn nicht, so werde ich doch wissen, dass ich meiner inneren Wahrheit treu geblieben bin. Dass ich im Einklang mit meiner Seele gehandelt habe. Und das ist der größte Erfolg, den ich mir vorstellen kann.
Bruno Schelig
Seit 2012 bin ich als freischaffender Autor tätig und habe in diesem Jahr mein erstes Buch veröffentlicht. Über die Jahre hinweg habe ich verschiedene Blogs und Webseiten betrieben, bis ich schließlich hier angekommen bin – ein Ort, an dem ich bleiben möchte. Als Freidenker scheue ich mich nicht davor, auch kontroverse oder wenig populäre Themen aufzugreifen.
Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben in all seinen Facetten: Gedichte, Kurzgeschichten, ganze Bücher – all das findet hier auf meinem Blog seinen Platz. Neben der kreativen Schriftstellerei widme ich mich Themen wie Online-Marketing, Psychologie, Mythologie und der Theorie des Schreibens.
Für mich bedeutet Schreiben, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und jedem Thema eine angemessene Stimme zu verleihen. Es ist diese Vielseitigkeit und persönliche Note, die meine Arbeit ausmacht und mir immer wieder neue Wege eröffnet.