Einsam übt sich die Seele in ihrem Erblühen. Manifestiert am Abgrund der Tiefe, direkt vor dem Schlund der Angst und des Unbehagens. Die untergehende Sonne der Melancholie schickt ihre müden Strahlen über die knorrigen Äste unserer Vorstellungskraft. Süße Früchte der Freude suchen wir hier vergeblich. Stattdessen finden wir Blätter, vergilbt und gezeichnet vom Kreislauf des Morbiden, die langsam auf den tiefen Grund unserer Psyche fallen.
Dort, in den Schatten, finden die Kreaturen der Nacht ihre Bestimmung. Sie winden sich, sie flüstern, und übergeben uns so der Faszination des Unheimlichen. Es ist eine Ironie, denn hier, in dieser Dunkelheit, finden wir nicht nur Schrecken, sondern auch eine seltsame Anziehungskraft, einen Rest von Schönheit, der uns in seinen Bann zieht.
So fragen wir uns, warum diese Ästhetik uns so berührt. Warum nur räkeln wir uns in dieser düsteren Schönheit, wenn doch gleich sie uns mit einem Schauer überzieht? Müssten wir uns nicht abwenden, uns dem Licht zuwenden, das Warme und Helle suchen?
Wir tun dies nicht, denn wir wissen, dass gerade in dieser Dunkelheit etwas Einzigartiges liegt. Ein Symbol, das die Zerbrechlichkeit des Lebens und die Unausweichlichkeit des Todes widerspiegelt. Wie eine einzelne Kerze in der dunklen Ecke einer verlassenen Kapelle, ein Zeichen der Hoffnung in einer Welt voller Schatten.
Und weil wir dies wissen, erforschen wir die Dunkelheit. Wir vertreiben sie nicht, denn wie nur könnten wir es? Wir würden als Gleichheit von zwei Teilen ebenso das Licht verscheuchen. So akzeptieren wir die Dunkelheit, lassen uns von ihr verführen, finden in ihr eine morbide Schönheit. Im Morast der Vergänglichkeit ist sie der eine Ast, der uns an ein Ufer geleitet, das wir so nie erwartet hätten.
Die Ironie des Ganzen aber ist, dass diese Schönheit kein Bewusstsein besitzt. Sie ist einfach da, wie ein ungeschliffener Diamant in einer Höhle. Und obwohl sie Großes in uns auslöst, so weiß sie es nicht. Sie ist wie geschaffen, mit Aufgabe, mit Last, mit Zweck und Pflicht für etwas Höheres, dem sie dient, ohne sich selbst darüber bewusst zu sein.
Dem Sog der dunkelsten Verlockung ist dieses edle Ziel egal. Dem höheren Ziel ist das Entsetzen nicht wichtig, denn es dient einer größeren Sache. So hat alles seinen Zweck und existiert nebeneinander, miteinander verwoben. In Harmonie, so könnte man sagen, in Disharmonie sogar, und doch nur Seite an Seite. Die Angst neben der Faszination. Das Grauen neben der Schönheit. Die Hoffnung neben der tiefsten Verzweiflung.
Der Ort aber solcher Existenz ist mit Nichten wichtig. Ist es real ein Moment in einer dunklen Gasse oder nur ein Inneres, das dieses Bild abzeichnet? Es ist die Entscheidung, welchen Dämonen unserer Faszination oder dem Fehlen davon wir Einlass gewähren.
Meine Spezialisierung auf DeviantArt
Genau diese Ästhetik, diese verlockende Schönheit des leichten Horrors, ist es, die mich auf DeviantArt inspiriert. Ich möchte die Grenzen zwischen Licht und Schatten, zwischen Leben und Tod, zwischen Anziehung und Abscheu erforschen. Ich möchte Bilder erschaffen, die sowohl verstören als auch verzaubern, die zum Nachdenken anregen und die tiefsten Winkel unserer Seele berühren.
Mein DeviantArt: SweetDarknessAI
Ein paar Bilder, die ich gerade erst erstellt habe:




































Bruno Schelig
Seit 2012 bin ich als freischaffender Autor tätig und habe in diesem Jahr mein erstes Buch veröffentlicht. Über die Jahre hinweg habe ich verschiedene Blogs und Webseiten betrieben, bis ich schließlich hier angekommen bin – ein Ort, an dem ich bleiben möchte. Als Freidenker scheue ich mich nicht davor, auch kontroverse oder wenig populäre Themen aufzugreifen.
Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben in all seinen Facetten: Gedichte, Kurzgeschichten, ganze Bücher – all das findet hier auf meinem Blog seinen Platz. Neben der kreativen Schriftstellerei widme ich mich Themen wie Online-Marketing, Psychologie, Mythologie und der Theorie des Schreibens.
Für mich bedeutet Schreiben, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und jedem Thema eine angemessene Stimme zu verleihen. Es ist diese Vielseitigkeit und persönliche Note, die meine Arbeit ausmacht und mir immer wieder neue Wege eröffnet.