Quetiapin ist ein Medikament, das vielen Menschen mit psychischen Erkrankungen hilft. Vielleicht hast du gerade ein Rezept dafür bekommen oder überlegst, ob es das Richtige für dich ist. Vielleicht hast du auch schon davon gehört und bist unsicher, was du davon halten sollst.
Dieser Artikel soll dir helfen, Quetiapin besser zu verstehen. Ich werde erklären, was es ist, wie es wirkt, wofür es eingesetzt wird, welche Dosierungen üblich sind und welche Nebenwirkungen auftreten können. Ich möchte dir auch einige wichtige Hinweise zur Einnahme geben und dir Mut machen, offen mit deinem Arzt über deine Fragen und Bedenken zu sprechen.
Was ist Quetiapin?
Quetiapin gehört zur Gruppe der atypischen Antipsychotika (Neuroleptika). Das mag zunächst abschreckend klingen, aber lass mich dir erklären, was das bedeutet.
- Antipsychotikum: Dieser Begriff bezieht sich auf die Fähigkeit des Medikaments, Symptome einer Psychose zu lindern. Eine Psychose ist ein Zustand, bei dem die Wahrnehmung der Realität gestört ist. Das kann sich in Wahnvorstellungen (falsche Überzeugungen), Halluzinationen (Wahrnehmungen ohne äußeren Reiz) und Denkstörungen äußern.
- Atypisch: “Atypisch” bedeutet, dass Quetiapin sich in seiner Wirkungsweise und seinem Nebenwirkungsprofil von älteren, “typischen” Antipsychotika unterscheidet. Atypische Antipsychotika haben in der Regel weniger Nebenwirkungen auf die Bewegungsabläufe (wie Zittern oder Muskelsteifheit).
Wie wirkt Quetiapin?
Quetiapin wirkt, indem es in die Kommunikation zwischen Nervenzellen im Gehirn eingreift. Es beeinflusst verschiedene Botenstoffe (Neurotransmitter), insbesondere Dopamin und Serotonin. Diese Botenstoffe spielen eine wichtige Rolle bei der Regulierung von Stimmung, Denken, Wahrnehmung und Verhalten.
Bei psychischen Erkrankungen wie Schizophrenie, bipolaren Störungen oder schweren Depressionen kann das Gleichgewicht dieser Botenstoffe gestört sein. Quetiapin hilft, dieses Gleichgewicht wiederherzustellen, indem es die Wirkung von Dopamin und Serotonin an bestimmten Rezeptoren (Andockstellen) im Gehirn verändert.
Anwendungsgebiete von Quetiapin
Quetiapin ist ein vielseitiges Medikament, das bei verschiedenen psychischen Erkrankungen eingesetzt werden kann:
- Schizophrenie:
- Quetiapin kann helfen, die Positivsymptome (Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Denkstörungen) und Negativsymptome (Antriebslosigkeit, sozialer Rückzug, emotionale Verflachung) der Schizophrenie zu reduzieren.
- Bipolare Störung:
- Quetiapin kann sowohl bei manischen Episoden (mit übersteigerter Stimmung, Antriebssteigerung, Größenwahn) als auch bei depressiven Episoden (mit gedrückter Stimmung, Antriebslosigkeit, Hoffnungslosigkeit) eingesetzt werden.
- Es kann auch zur Vorbeugung von Rückfällen (Phasenprophylaxe) verwendet werden.
- Schwere Depressionen:
- Quetiapin kann in Kombination mit anderen Antidepressiva eingesetzt werden, wenn diese allein nicht ausreichend wirken (augmentative Therapie).
- Angststörungen:
- Quetiapin kann in niedriger Dosierung auch bei bestimmten Angststörungen (z.B. generalisierte Angststörung) eingesetzt werden, wenn andere Medikamente nicht wirksam sind oder nicht vertragen werden.
- Schlafstörungen:
- Quetiapin hat eine beruhigende und schlaffördernde Wirkung und kann daher auch bei Schlafstörungen eingesetzt werden, insbesondere wenn diese im Zusammenhang mit einer psychischen Erkrankung stehen.
- Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Quetiapin in der Regel nicht als Schlafmittel der ersten Wahl eingesetzt wird, da es andere Medikamente gibt, die speziell für Schlafstörungen entwickelt wurden und ein geringeres Nebenwirkungspotenzial haben.
Dosierung von Quetiapin
Die Dosierung von Quetiapin ist sehr individuell und hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie z.B.:
- Der Art und Schwere der Erkrankung
- Dem Alter und dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten
- Der Reaktion auf das Medikament
- Anderen Medikamenten, die der Patient einnimmt
Es gibt keine “Standarddosis” für Quetiapin. Dein Arzt wird die für dich passende Dosis finden und diese im Laufe der Behandlung bei Bedarf anpassen.
Typische Dosierungsbereiche:
- Schizophrenie: 300-800 mg pro Tag, aufgeteilt auf zwei oder drei Einzeldosen.
- Manische Episoden bei bipolarer Störung: 400-800 mg pro Tag, aufgeteilt auf zwei oder drei Einzeldosen.
- Depressive Episoden bei bipolarer Störung: 300-600 mg pro Tag, in der Regel als Einzeldosis am Abend.
- Schwere Depressionen (augmentative Therapie): 50-300 mg pro Tag, in der Regel als Einzeldosis am Abend.
- Angststörungen: 25-150 mg pro Tag.
- Schlafstörungen: 25-100 mg pro Tag, in der Regel als Einzeldosis am Abend.
Wichtige Hinweise zur Einnahme:
- Regelmäßigkeit: Nimm Quetiapin regelmäßig ein, wie von deinem Arzt verordnet. Setze es niemals eigenmächtig ab oder ändere die Dosierung.
- Einnahmezeitpunkt: Die Einnahmezeitpunkte können je nach Erkrankung und Dosierung variieren. Dein Arzt wird dir sagen, wann du das Medikament einnehmen sollst.
- Nahrung: Quetiapin kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.
- Retardtabletten: Es gibt Quetiapin auch in Form von Retardtabletten (mit verzögerter Wirkstofffreisetzung). Diese werden in der Regel einmal täglich eingenommen und dürfen nicht zerkleinert oder zerkaut werden.
Nebenwirkungen von Quetiapin
Wie alle Medikamente kann auch Quetiapin Nebenwirkungen haben. Nicht jeder Patient ist davon betroffen, und die meisten Nebenwirkungen sind vorübergehend und mild. Es ist jedoch wichtig, über mögliche Nebenwirkungen informiert zu sein und diese mit deinem Arzt zu besprechen.
Häufige Nebenwirkungen (können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen):
- Schläfrigkeit, Müdigkeit, Benommenheit: Dies ist eine der häufigsten Nebenwirkungen von Quetiapin, insbesondere zu Beginn der Behandlung.
- Schwindel: Besonders beim Aufstehen aus dem Liegen oder Sitzen (orthostatische Hypotonie).
- Mundtrockenheit:
- Gewichtszunahme: Quetiapin kann den Appetit steigern und den Stoffwechsel beeinflussen.
- Kopfschmerzen:
- Verdauungsbeschwerden: Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Durchfall.
- Erhöhte Blutfettwerte (Cholesterin, Triglyceride):
- Erhöhte Leberwerte:
Gelegentliche Nebenwirkungen (können bis zu 1 von 100 Behandelten betreffen):
- Unruhe, Nervosität, Angst:
- Schlafstörungen (obwohl Quetiapin auch schlaffördernd wirken kann):
- Albträume:
- Bewegungsstörungen: Zittern, Muskelsteifheit, unwillkürliche Bewegungen (extrapyramidale Symptome).
- Restless-Legs-Syndrom (unangenehmer Bewegungsdrang in den Beinen):
- Sexuelle Funktionsstörungen:
- Verschwommenes Sehen:
- Herzrasen, Herzklopfen:
- Erniedrigter Blutdruck:
- Schnupfen:
- Erhöhter Blutzuckerspiegel:
Bruno Schelig
Seit 2012 bin ich als freischaffender Autor tätig und habe in diesem Jahr mein erstes Buch veröffentlicht. Über die Jahre hinweg habe ich verschiedene Blogs und Webseiten betrieben, bis ich schließlich hier angekommen bin – ein Ort, an dem ich bleiben möchte. Als Freidenker scheue ich mich nicht davor, auch kontroverse oder wenig populäre Themen aufzugreifen.
Meine Leidenschaft gilt dem Schreiben in all seinen Facetten: Gedichte, Kurzgeschichten, ganze Bücher – all das findet hier auf meinem Blog seinen Platz. Neben der kreativen Schriftstellerei widme ich mich Themen wie Online-Marketing, Psychologie, Mythologie und der Theorie des Schreibens.
Für mich bedeutet Schreiben, meiner Kreativität freien Lauf zu lassen und jedem Thema eine angemessene Stimme zu verleihen. Es ist diese Vielseitigkeit und persönliche Note, die meine Arbeit ausmacht und mir immer wieder neue Wege eröffnet.