Heimkehr – Die Geburt

Endlich dürfen wir nach Hause. Es war schwer. Dreißig Stunden lag Sabine in den Wehen. Jetzt, zwei Tage später, wurde sie endlich entlassen Sie ist immer noch kreidebleich, hat tiefdunkle Augenränder, sieht fertig aus.

Sie hatte es aber auch besonders schwer. Die PDA hatte nicht gewirkt, wurde nicht nachgesetzt.

Wenn ich jetzt noch dran denke…schaudert es mich.

So viel Schmerzen und aber auch so viel Stärke ihrerseits. Sie trug es mit Fassung, nur bei den letzten beiden mal Pressen wird es einfach zu viel. Sie schreit. Mir fährt es durch Mark und Bein, meine Seele wird angerührt, ich leide mit. „Das sollte so nicht sein, kann das nicht endlich aufhören ? Kann ich Dir nicht die Schmerzen nehmen, Sabine?“ denke ich, sage aber nichts. Die Tränen drücken an meinen Augen, ich kämpfe sie runter, sie trägt es mit Fassung, das kann ich auch und so nehme ich nur Ihre Hand, will ihr Stärke geben, sie trösten durch meinen Beistand.

Dann ist es endlich soweit. Er erblickt die Welt, er schreit, schluckt nach Luft……..

Ich darf die Nabelschnur durchschneiden, nebensächlich gegenüber den Schmerzen meiner Frau.

Sie bekommt ihn auf den Bauch. Doch weil es Probleme mit der Nachgeburt gibt, wird er ihr wieder genommen. Hektik kommt auf. Das Baby wird mir in die Hand gedrückt, ich auf die Seite in einen Stuhl geschoben.

„Was ist hier los,“ schießt es mir durch den Kopf. Dann verstehe ich, die Nachgeburt will sich nicht lösen, die Hebamme holt Akupunktur-Nadeln, die Ärztin drückt meinem Engel auf den Bauch. Dann endlich fließt es aus ihr heraus, ein neuer Schwall von Blut. „Ach Gott“, es schaudert mich mal wieder.

Ich denke es ist überstanden, betrachte den Wurm auf meinem Arm. Er sieht noch was deformiert aus, besonders der Kopf. Andererseits so hilflos. Ich wickel Ihn fester in die kleine Decke. „Du wirst uns also begleiten, kleiner Mann ? Jahrzehntelang werde ich für Dich da sein, dich beschützen, was auch immer kommen mag, dir eine glückliche Kindheit geben, dich auf alles vorbereiten, alles erklären.“ Ein Glücksgefühl überkommt mich.

Ein anderer Arzt betritt den Kreissaal, inspiziert Sabines Dammschnitt. „Immer noch nicht vorbei“, denke ich entrüstet.

Dann fängt er an zu nähen. Zwei Stunden später ist es endlich vorbei, unendliche neue Schmerzen später für Sabine.

Das ist jetzt drei Tage her.

Jetzt kommt sie die Treppe hoch, zu Tür herein, mit unserem Wurm, David. Der Kleine schreit, wahrscheinlich hat er Hunger.

Sabine nimmt ihn hoch. Der Kleine macht die Augen auf, dreht noch wankend den Kopf, und schaut auch mich an.

Ich gucke sie an. „Ich weiss was Du für uns, mich und Sam, ertragen hast. Diese unendlichen Schmerzen, die Du mit Fassung getragen hast, dieser Stress der letzten Tage, den du so überwältigend gemeistert hast. Ich achte Deine Stärke, die Kraft, die Dich das überstehen lassen hat. Nie mehr lasse ich Dich gehen, du bist mein Engel, meine Mutter.“, denke ich, ich bin schon wieder den Tränen nahe, aber keine Tropfen verlässt meine Augen, sagen tu ich: „Ich liebe Dich, Mein Engel. Euch beide so unendlich, und ich bin so stolz auf Dich.

Dann gehe ich zu Ihr, umarme meine neue Familie, die ich gegen jeden Feind verteidigen werde, niemand wird sie mir jemals nehmen.

Ich fühle diesen Frieden, bin glücklich und weiss ich bin am Ziel meines Lebens.

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